| Inhalt_AV: | Transkript: "Ich möchte erzählen von meiner Jugendzeit.
Mein Name ist Chaim Jatow.
Früher war mein Name Heinrich Tobias.
Ich habe beschlossen, nachdem ich Tage und Nächte jetzt mich vorbereitet habe, um etwas zu sprechen und mich erinnern, was ich mich von meiner Jugendheit erinnern kann und so hab ich beschlossen, es auf dem Tonband aufzunehmen. Ich entschuldige mich im vornhinein auf mein Deutsch, das schon nicht mehr so gut ist, das Material wie Bilder und alle verschiedenen Einzelheiten, die ich hier angebe, stelle der zur Verfügung dem Stadtarchiv und bin selbstverständlich einverstanden mit der Veröffentlichung von diesen Sachen. Ich bin geboren 1923. Ich wohnte in I 4 A 1. Das Quadrat steht heute schon nicht mehr. Ich blieb mit den Eltern und meinem ältesten Bruder in Mannheim nach 1933. Ich bin in Mannheim geboren. Die Eltern waren vor 1935 ohne Verdienst und so waren wir abhängig von Ausland, die uns unsere Verwandte jeden Monat schicken / geschickt haben. Ich kann mich erinnern, daß die l. und 2. Klasse war ich in der K5-Schule. Mein Lehrer war Herr Wacker. Damals waren die meisten Lehrer / die meisten Lehrer waren Männer, nicht so wie heute, daß es Frauen sind und viele Kinder, die nicht lernen wollten oder Fehler machten oder sich nicht benehmen konnten, wurden öfters mit dem Stock geschlagen auf die Finger. Die / Ich war jetzt wie ich in Mannheim war in Jahre 1986 im September hab ich die KS-Schule besucht und habe viele Plätze von der Schule haben mich daran erinnert 1l. und 2., vielleicht auch 3. Klasse, die ich in der K5-Schule verbracht habe. Nachher in der 4., 5. und 6. Klasse war ich in der U2-Schule. In jeder Klasse waren vielleicht 2, 3, 4 jüdische Kinder. Dort war schon der Unterricht der Rassenkunde, aber öfters wurde mir gesagt, daß die Sachen, die man hier über Juden redet, nicht für mich sind, weil alle wissen doch, daß ich ein anständiger Junge bin und daß die Rassenkunde ist hauptsächlich gedacht an die anderen Juden und nicht an mich usw.
Nach 1936 kam ich in die 7. und 8. Klasse in die jüdische Schule in K2. Wie ich letztes Jahr in Mannheim war, hab ich dieses Haus gesucht in K2, hab es aber nicht gefunden. Ich habe/schicke hier ein Bild mit Nr. l. bezeichnet. Von dieser/von einer Klasse in der jüdischen Schule. Es waren alles Jungens, die in dieser Klassen lernten. Der Lehrer der Klasse war Lehrer Weis. Er wollte uns nach der Schule organisieren zu einer Jugendorganisation, daß sich jüdische Kinder treffen sollten. Ich haben von Herrn Weis nachher niemals etwas gehört. Er war kein Mannheimer, wie ich mich erinnern kann unterbrach er oder beendete er ein Rabbinerseminar. Ich kann mich auch erinnern an den Leiter der Schule, Herr Stahl, ein kleiner Mann, der technische verantwortliche für die Schule war, ist öfters in der SA-Uniform in der Schule erschienen. Wir lernten in der Schule in der 8. Klasse auch Englisch. Der Englischlehrer war Prof. Sichel. Und das sind alle meine Erinnerungen an die K2-Schule.
Im Jahre 37/38 lernte ich in der 9. und 10. Aufbauklasse in der Klaus-Schule Fl. Wir hatten gute Lehrer, viele Professoren, die von der/den andern Schulen Mittelschule rausgeworfen wurden. Ich kann mich erinnern an Dr. Berg, der uns Literatur lernte. Professor Sichel, Englisch, Prof. Ziwi, Chemie und Physik. Wir hatten auch Handelsunterricht. Ein Lehrer mit Bart und Frack, der uns lernte, was Aktiv und Passiv in Rechnungen im Handelsunterricht ist. Wie jedes Kind war ich sehr aktiv in Sport und Fußball. Ich spielte Fußball-Kindermannschaft. Hier hab ich ein Bild gefunden, Bild Nr. 2, die Einweihung des Makabi?-Sportplatzes Mannheim. Es spricht Dr. Grünewald. Hinter ihm steht mit dem Blatt in der Hand der Vorsteher des Makabi. Ich glaube, der Name war ... Das Bild Nr. 3 ist die Handballmannschaft des Makabi. Auf dem selben Makabi-Sportplatz - Herr L geht in Richtung zu der Handballgruppe. Als Kind war ich auch sehr interessiert an Sport, an Fußball und jeden Sonntag ging ich auf den Sportplatz vom VfR Mannheim. Meine Favoriten von Spielern warn damals Langenbein und K Ich erinnere mich an das Spiel gegen FC Budapest mit den zwei Brüder Z Claus und Z waren Juden. Und draußen war schon das Schild "Für Juden ist der Eintritt verboten!" Der Platz war in Richtung Käfertal bei einer Bierbrauerei. Ich war sehr begeistert von dem Herschelbad. Es war das Bad, wo ich doch als Kind mit der Schule schwimmen lernte. Das Bad, wo ich einmal in der Woche mit mein Vater nicht baden konnte, da ich doch in unserer Wohnung in kein Bad hatten. 1936 erschien das Schild "Juden ist der Eintritt verboten. Trotzdem es doch Herschel, der Jude, gestiftet hatte. Als Kind hatte ich in diesen Jahren schweren Jahren, weil doch alles für mich verboten war: Kino, Fußball, Sport, das Baden im Herschelbad, das Baden im Strandbad usw. Ich erinner mich an das Betstübel der Osteuropäischen Juden in F3 oder F4 im 2. Stock im Hof. Ich erinnere mich im Oktober 38 / Am Anfang Oktober meine Mutter erkrankte vor lauter Sorgen und Kummer und Aufregung. Sie mußte in das jüdische Krankenhaus. Sie hatte eine Halbseitenlähmung. Das Krankenhaus ist in der Bassermann-Straße. Am 27. Oktober 1938, am Donnerstag abend, plötzlich klopfte an unsere Wohnung zwei Männer mit breiten Hüten an, es war die Kriminalpolizei und mein Vater, Leopold Tobias, und mein Bruder S...... Tobias, wurden als polnische Bürger verhaftet. Sie wurden in das Gefängnis das Schloßgefängnis gebracht und am nächsten Freitagabend nach der polnischen deutschen Grenze geschickt. Mein Glück war, daß in Mannheim nur Männer über 16 Jahre verhaftet wurden. So sah ich mein Vater in Schloßgefängnis am Freitagvormittag, als ich ihm ein klein Koffer mit etwas Kleider und Essen gebracht habe, zum letzten Mal. In dieser Nacht, als Kind von 15 Jahren mußte ich erwachsen sein. Am Freitag vormittags ging ich zu Ärzten, die mein Vater und Mutter behandelten, um Atteste zu bekommen. Mein Vater litt von Zuckerkrankheit. Ich hab ein Attest bekommen, daß mein Vater ein hohen Zucker hatte und er darf Mannheim nicht verlassen. Ich ging in das Krankenhaus, um ein Attest für meine Mutter zu bekommen, was ihre Lage ist. Ich lief schnell zur Geheimpolizei nach L6, aber es half gar nix. Alle polnischen Juden, die am Donnerstag Abend verhaftet wurden, wurden zur polnisch-deutschen Grenze geschickt. Mein Glück war, daß ich noch nicht 16 Jahre alt war. In vielen anderen Städten l..'o sie Berlin wurden ganze Familien Frauen und Kinder abtransportiert. Meine Mutter im Krankenhaus erzählte ich in den ersten Tagen, daß der Vater sehr erkältet ist und deswegen er sie nicht besuchen kann. Nach einer Woche ungefähr hatte ich schon Briefe von ? von dieser Grenzdorf zwischen Polen und Deutschland, die ich der Mutter vorlesen konnte und ihr erklären konnte, was eigentlich passiert ist, daß der Vater sie nicht sie besuchen konnte. Das Haus steht / das Haus war eingeteilt das Krankenhaus, die Hälfte war das Altersheim. Wie ich jetzt in Mannheim waren, hab ich das Haus gesucht. Ich war in dem Zimmer, in dem meine Mutter krank war, das Haus heißt / auf den Namen Pauline Meier in der Bassermannstraße. Ich besuchte auch den Tiefstock, den Keller, wo ich am 9. November 38 in der Kristallnacht mich versteckte und dort unten in dem Keller mit vielen anderen Juden, die dort hingeflüchtet sind, in dieser Nacht, am 9. November, wie Sie ja alle wissen, wurde alles zerstört, abgebrannt, Wohnungen, Synagogen, Jüdische Läden wurde alles abgebrannt und kaputt geschlagen. Ich wurde auch am 10. November verhaftet, wurde auf die Kriminalpolizei gebracht, wurde aber frei, nachdem ich beweisen konnte, daß ich noch ein polnischer Bürger bin und so hab ich das Glück gehabt, nicht nach Dachau geschickt zu werden. In diesen Tagen mußte ich erwachsen sein. Ich mußte die Wohnung auflösen, die Möbel verkaufen, für die Auswanderung mich kümmern, damit ich mit der Jugendalia nach Israel komme. Ich mußte einen ? packen, der während des Krieges in Holland Beschlag genommen wurde und nie nach Israel ankam. Und so landete meine Mutter halbgelähmt am 12. Juli 1939 und ich am 24. Juli 1938/1939 nach Israel aus. Das sind meine Erinnerung von der Zeit von meiner Jugendzeit bis 15 - 15 1/2 Jahren, daß ich nach Israel ausgewandert bin." |